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Sonntag, 4. Oktober 2009

Erstes Dorf- Eita

Hallo,
ich habe gerade meine erste Woche bei Pastoren hinter mir. Für alle die es noch nciht mitbekommen haben: Ich werde die nächsten 8 ( inzwischen 7) Wochen jede Woche in einem anderen Dorf auf Tarawa verbringen und mir die Arbeit der dortigen Pastoren ansehen und mithelfen.
Am Dienstag ging es also los. Nachdem mir gesagt wurde, dass die Pastorin um 10 Uhr kommen würde, war ich, deutsch wie ich bin, um 10 fertig. Die Pastorin kam um 16. ooh ... So viel zum Thema Zeit. Abends hatte ich dann die Möglichkeit alle Pastoren Süd- Tarawas kennen zu lernen, da eine Sitzung stattdfand. Dort stellte ich mich vor und berichtete von meiner Arbeit in Deutschland. Außerdem lernte ich die Wochen- Hilfe der Pastorin kennen. Da sie alleine lebt, also nicht verheiratet ist, hilft ihr jede Woche eine andere Familie aus dem Dorft im Haushalt und kocht für sie. Diese Neuigkeit musste ich ersteinmal verdauen, vorallem wenn ich bedenke, dass einige meiner Freunde in Deutschlad, die wesentlich jünger sind, schon alleine leben.
Am nächsten Morgen ereichte uns die Nachricht eines Todesfalles im Dorf. Auch ich sollte mitkommen. Es war schon ein komisches Gefühl, gerade dabei zu sein. Abgesehen davon, dass ich noch nie auf einer Beerdigung war, sollte ich jetzt mit kommen und helfen. Eine Trauerfeier läuft hier so ab: Am ersten Tag wird der Leichnam gesalbt und aufgebahrt. Es werden viele Gebete gesprochen udn Andachten gehalten. Am Morgen des zweiten Tages wird der Leichnam bestattet. Dabei wurde viel geweint und da das ganze Dorf da war um den Chor zu stellen, war es dementsprechend laut. Anschließend wird gegessen. Am dritten Tag gibt es noch einmal morgens und abends Andachten und dann ist Schluss. Ich wurde beim Essen am dritten Tag viel über Deutschland gefragt. Einer brachte mir eine etwa zwanzig jährige Bravo, mit riesen Dieter Bohlen Poster. Hier ist er gerade mit Modern Talking und "Cherry, Cherry Lady" in den Charts. Er verfolgt mich...ahhhhhhhhhhhhh
Außerdem waren wir noch in Betio ( Sprich Besio) und haben dort eingekauft. Aufeinmal sahen wir viele Menschen auf den Tribünen sitzen. Wir fragten uns warum. Es sah aus, wie ein riesiges Picknick, bis auf das die Kinder alle Schwimmringe oder Schwimmflügel trugen und die Babys in Körben lagen. Die Leute erklärten uns, dass sie hier sicher seien, falss der Tsunamis käme. Die Babys sollten so schwimmen, wie Mose im Korb und die Kinder hatten ja Schwimmhilfen. Die Tribüne ist übrigens auch das höchste Gebäude auf Tarawa. Das nenne ich mal Vorsicht.
Zum Thema Tsunami: Wäre er gekommen, hätte man wenig Chance auf überleben gehabt. ALs Martin und ich am Anfang über den höchsten Punkt Tarawas gefahren sind, haben wir es nciht einmal gemerkt, er ist etwa 5 m über NN. Da Tarawa nicht breit ist, sondern eher ein Strich in der Landschaft, wäre das Wasser wahrschienlich einfach n die Lagune geschwappt und es hätte viele Tote gegeben.
Aber zum Glück ist es ja nicht soweite gekommen. Also macht euch bitte keine Sorgen mehr über mich.
Am Samstag war hier eine Hochzeit. Das Hochzeitspaar war erst 17, aber das Mädchen schwanger. Daher mussten sie heiraten. Das hat mir noch ienmla bewusst gemacht, dass heiraten hier ersteinmal soziale Absicherung ist und nichts anderes. Außerdem wäre die Ehre der Familie beleidigt gewesen, hätte das Mädchen nicht geheiratet. Ich konnte mich nciht über diese Hochzeit freuen, aber ändern kann ich es auch nicht.
Eine Hochzeit verläuft hier sehr ähnlcih wie in Deutschland. Der kirchliche Part ist genau gleich. Anschließend geht man in die Maneaba, es werden Reden gehalten und gegessen. Außerdemwird ein Showprogramm abgehalten. Nur Tanzen die Gäste selber, so gut wie gar nciht. Es gab einen Kuchentanz. Dort tanzt eine Gruppe mit dem Kuchen, um ihn dem Brautpaar zu geben. Es kam, wie es kommen musste. Das obere Stockwerk der Torte fiel auf den BOden. DAs Gelächter war riesig.
Inzwischen muss ich dreimal die Woche in den Gottesdienst. Das ist echt nervig, weil ich zweimal die Woche in einen Kiribati Gottesdienst muss und dort dann 1,5-2 Stunden herumsitze, ohne etwas zu verstehen, oder nur sehr wenig. Sonntags morgens gehe ich in den englischen Gottesdiesnt im College. Dadurch habe ich schon einige Studenten kennengelernt. Mit denen war ich SOnntagabend Chinesisch essen. Die Stimmung war ausgezeichnet. Das dieses Restaurant eine Satellitenschüssel hatte, stellte der Wirt mir ZDF ein und fragte, ob das ein Sender sei, den ich kenne. Es hat schon etwas witziges, um 19 uhr Kiribatizeit, 9 Uhr Deutscher Zeit deutsche Nachrichten zu hören.
Mein Kiribati wird jeden Tag ein wenig besser, inzwischen kann ich kleine Unterhaltungen führen, was ein großer Vorteil ist, wenn ich alleine unterwegs bin.
So, ich glaube das war es jetzt ersteinmal. ich melde mcih bald wieder bei euch.
Ich habe euch lieb
May